Thorsten Roland Wegener

Honorardozent, Autor, Investor &
Hausmann, Vater, Koch & Fahrer

Biographie

seit 2018
Gründer
The Tactical Brief
Research und Weiterbildung zu Optionen, Volatilität und Makro.
2009 – heute
Investor, Autor, Honorardozent
Hausmann, Koch und Fahrer inklusive
Nach zwanzig Jahren Rückzug aus dem institutionellen Geschäft, seitdem Verwaltung des eigenen Kapitals. Seit 2016 Beratung von Family Offices, Vermögensverwaltern, Hedgefonds und Privatinvestoren zu Asset Allocation, quantitativen Strategien und Methoden der Betrugserkennung. Für Kanzleien ausschließlich auf Seiten der Verteidigung, bei Vorwürfen rund um komplexe Finanzprodukte. Regelmäßige Vorträge bei der VTAD e.V. (Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands), Gastvorträge unter anderem an der HAN University of Applied Sciences (Arnhem Business School) und bei der DVFA. Autor, zuletzt für Macro Hive. Lehre und Publikationen ohne kommerzielles Interesse: kein Produkt, keine Abhängigkeit.
2006 – 2008
Managing Director / Partner, Structured Equity Products (Volatility)
Bear Stearns International, London
Verantwortlich für Securitized Equity Products in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Mitglied des Structured-Equity-Volatility-Desks in London. Aufbau des Deutschlandgeschäfts und der Emissionsplattform „Best Markets“ für Delta-One-, Hebel- und Kapitalschutzprodukte. Führung des Buchs bis zum Zusammenbruch der Bank und der Übernahme durch J.P. Morgan.
2002 – 2006
Executive Director, Head of Equity Derivatives
WestLB Panmure / Panmure Gordon, London
Aufbau des institutionellen Kundengeschäfts und einer eigenständigen Vertriebsplattform für strukturierte Produkte. Gründung der Structured Solutions Group, eines Emissionsvehikels in Jersey für aktienbasierte strukturierte Produkte am britischen Markt. Zusätzlich 15 Monate interimistische Leitung von Equity Sales London während des Verkaufs von Panmure Gordon und der Restrukturierung 2004.
2001
Chefhändler & Prokurist, Head of Warrants & Structured Products
WestLB, Düsseldorf
Team von sieben, verantwortlich für Risikomanagement des Handelsbuchs, Produktentwicklung und Vertrieb. WestLB wurde in dieser Zeit zu einem der fünf größten Emittenten im deutschen Retail-Derivatemarkt. Regelmäßiger Live-Marktkommentator bei n-tv.
1998 – 2000
Senior Trader, Equity Derivatives
WestLB, Düsseldorf
Market Maker an der Eurex in Einzelaktienoptionen, Eigenhandel in OTC-Aktienpositionen innerhalb eigener Limite.
1995 – 1998
Trainee, Junior und Senior Trader, Equity Sales International
WestLB, Düsseldorf

Lizenzen und Zulassungen

1998
DTB-Händlerprüfung, Deutsche Börse, bestanden mit 96,95 %
1998
Zulassung zum Börsenhandel an der Eurex Deutschland
1998
International Trading Institute, Chicago, „Trading & Pricing for the Professional Trader“, Abschlussnote 95,7 %
1999
Börsenhändler für den elektronischen Handel (Xetra), Frankfurter Wertpapierbörse
2001
Prokura, WestLB
2002
Securities Institute (UK), Regulatory Paper
2002 – 2009
FCA (UK), Individual Reference Number TRW01024, ohne Beanstandungen

Studium

1994
Diplom-Kaufmann, Freie Universität Berlin

T. ungefiltert

Ein Auszug aus meinen unveröffentlichten Memoiren. Das Original ist auf Englisch geschrieben, die deutsche Fassung holpert deshalb an der einen oder anderen Stelle.

OPTIONEN, FUTURES UND STAATSANWÄLTE

DIE POLITISCH UNKORREKTEN MEMOIREN EINES MÜRRISCHEN ALTEN HÄNDLERS

Es war einmal ein fast mythischer Ort, an dem man über seine kühnsten Träume hinaus reich werden konnte, wenn man klug war und hart arbeitete. Es spielte keine Rolle, ob man ein Mann oder eine Frau, schwarz, weiß oder braun, schwul oder heterosexuell war. Der beste Golfer war schwarz und der beste Rapper weiß. Niemand interessierte sich für den Reichtum deiner Familie; alles, was zählte, war deine Bereitschaft, dich anzustrengen. Kluge und elegante Frauen kleideten sich wie Göttinnen, und schneidige Männer in teuren Anzügen trugen niemals braune Schuhe. Zu der Zeit, als ich dort arbeitete, war dies die Welt des Handels und der Investment-Banken.

Über meine Branche sind viele Bücher geschrieben worden. Die meisten davon, und ich habe wahrscheinlich die meisten davon gelesen, sind im besten Fall realitätsfern, im schlimmsten Fall völliger Unsinn. Meist wurden sie von Leuten geschrieben, die vielleicht nur ein paar Tage oder Wochen auf dem Handelsparkett verbracht haben, falls überhaupt. Einige dachten vielleicht dass, sie Händler werden wollten, hatten aber weder den Willen sich neues Wissen anzueignen, linke Glaubenssätze zu hinterfragen oder es fehlte einfach die richtige Einstellung. Viele wurden Journalisten und schrieben Artikel und Bücher, die versuchen, alles, was mit Leistungsgesellschaft und Kapitalismus zu tun hat, in Verruf zu bringen.

Die Geschichte, die ich Ihnen jetzt erzählen werde, dreht sich um meine aktive Karriere als Händler und Banker. Alle Skandale, Handelsverluste, Beinahe-Katastrophen und Gerichtsverfahren werden aus der Perspektive von jemandem geschildert, der tatsächlich dabei war und weiß, wovon er spricht.

Ich begann meine Bankkarriere in den frühen 90er Jahren und hatte viel Zeit, um zu beobachten, zu lernen und Fehler zu machen – kleine und große. Ich kletterte die Karriereleiter hinauf und entwickelte ein profitables Geschäft, in dem ich sehr gerne arbeitete. Ich liebte es, Geschäfte zu machen, mich einmal pro Woche am „Verfalls-Donnerstag“ zu betrinken und mit dem Geld, das ich verdiente, lächerlich überteuerte Dinge zu kaufen. Ich brauchte mich nicht dafür zu entschuldigen, dass ich Banker war oder obszöne Summen verdiente. Wie in jedem Beruf gab es immer Leute, die man wahrscheinlich nicht zum Paten seiner Kinder machen würde, aber der berufliche Respekt und die Wertschätzung der Fähigkeiten standen immer hoch im Kurs. Initiative wurde geschätzt, und die Kämpfe, die wir uns um unseren Platz an der Sonne lieferten, waren meist gutmütig.

Als ich meinen Beruf als Market Maker für Aktienoptionen im Bankensektor erlernte, war es ein erstrebenswertes Ziel, clever zu sein, und nicht eine verdächtige Aktivität, die das Vorankommen im Unternehmen behinderte. Ehrlichkeit und Rentabilität standen nicht im Widerspruch zueinander, und wenn man Fehler machte, konnte man zu seinem Chef gehen, beichten, sich bessern, etwas lernen und mit seinem Leben und seiner Karriere weitermachen.

Ich habe jede Minute meiner Zeit als Händler, Chefhändler und Manager genossen, Ideen entwickelt, Unternehmen aufgebaut und geleitet. Es hat Spaß gemacht, das zu tun, was ich in der Zeit, in der ich das Privileg hatte es tun zu dürfen, getan habe. Mir gefällt auch der Gedanke, meinen Kindern meine Erinnerungen an diese Zeit zu hinterlassen, denn sie kennen und erinnern sich an ihren Vater vor allem als den Mann, der zu Hause in Jeans und T-Shirt an seinem Rechner sitzt und darüber meckert, wie sich die Zeiten geändert haben.